Neuigkeiten aus der Parkinsonforschung   

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29.04.2012  Michael Raab/pixelio.de

Parkinson: Tai Chi hilft besser als Physiotherapie

Als begleitende Therapie bei Parkinson ist Tai Chi offenbar wirksamer als bisher angenommen. Eine Studie konnte zeigen, dass es sogar einem physiotherapeutischen Krafttraining überlegen ist.

Im fortgeschrittenen Stadium leiden Parkinson-Kranke häufig unter Einschränkungen ihrer Bewegungsfähigkeit und ihres Gleichgewichts. Stürze können die Folge sein. Den Betroffenen wird daher oft Physiotherapie und körperliche Bewegung empfohlen, um die Muskeln zu stärken, den Gleichgewichtssinn zu trainieren und damit dem körperlichen Verfall entgegenzuwirken. Nun hat eine Studie des Wissenschaftlers Fuzhong Li am Oregon Research Institute in Eugene im US-Staat Oregon gezeigt, dass Tai Chi die Bewegungsfähigkeit von Parkinson-Kranken nicht nur positiv beeinflussen kann, sondern darin sogar besser abschneidet als konventionelle Physiotherapie

Dass fernöstliche Bewegungsformen wie Tai Chi oder Qi Gong besonders geeignet sind, die motorischen Fähigkeiten älterer Menschen zu bewahren und zu verbessern, ist bekannt. In der aktuellen Studie wurde der Nutzen von Tai Chi nun speziell für Parkinson-Patienten überprüft und erstmals direkt mit einem physiotherapeutischen Krafttraining verglichen. Sechs Monate lang wurden 195 Patienten mit leichten mit mittelschweren Parkinson-Symptomen beobachtet, die zuvor in drei Gruppen eingeteilt worden waren. Die erste Gruppe nahm zweimal pro Woche an einem Tai-Chi-Training teil, die zweite Gruppe absolvierte physiotherapeutische Kraftübungen, und die dritte diente als Kontrollgruppe und führte nur Dehnungsübungen durch.

Während sich in der Kontrollgruppe erwartungsgemäß keine Verbesserungen, eher leichte Verschlechterungen ergaben, waren in der Gruppe mit dem Krafttraining durchaus positive Wirkungen zu verzeichnen. Die besten Ergebnisse zeigten sich aber in der Tai-Chi-Gruppe. Bei fast allen Tests schnitten die Teilnehmer besonders gut ab. So wiesen sie einen deutlich verbesserten Gleichgewichtssinn auf, konnten sich schneller und leichter von einem Stuhl erheben und waren insgesamt beweglicher. Zudem kam es in dieser Gruppe seltener zu Stürzen.

Tai Chi (eigentlich: Tai-Chi Chuan) ist eine in China entwickelte Kampfkunst, die heute von Millionen Menschen weltweit hauptsächlich aus gesundheitlichen Gründen, zur Entspannung oder zur Meditation praktiziert wird. Dabei geht es vor allem um fließende Bewegungen, bei denen die Gelenke gelockert werden, der Körper entspannt und die Körperhaltung positiv verändert wird. Klinische Untersuchungen konnten zeigen, dass regelmäßiges Praktizieren von Tai Chi positive Auswirkungen auf verschiedene gesundheitliche Aspekte wie das Herz-Kreislauf-System, das Immunsystem, die Beweglichkeit oder das Schmerzempfinden haben kann.

Quelle: http://www.gesundheitsstadt-berlin.de/nachrichten/news-detailseite/parkinson-tai-chi-hilft-besser-als-physiotherapie

       

Schlafstörungen

 

Schlafstörungen sind ein verbreitetes Problem bei Parkinson.

Diese Schlafstörungen kommen einerseits dadurch zustande, dass man beim nächtlichen Umdrehen im Bett aufwacht. Manchmal fällt es anschliessend schwer wieder einzuschlafen.

Auch der REM-Schlaf ist bei Parkinson-Kranken häufig gestört. Sie werden in diesen Schlafphasen besonders unruhig und bewegen sich oft heftig. Dadurch kann die Bettdecke weggestrampelt werden oder der Bettnachbar gestört werden.

Die Depressionen, die häufig mit Parkinson in Verbindung stehen, können auch den Schlaf und die Fähigkeit zum Einschlafen beeinträchtigen.

Durch nächtlichen Harndrang müssen Parkinson-Patienten häufig nachts aufstehen und haben anschliessend oft Schwierigkeiten, wieder einzuschlafen.

Quelle: http://parkinson.gesund.org/beschwerden/nebensymptome.htm

       

Morbus Parkinson: Relevante Risikogene finden

27. April 2012, 14:43

Neue Behandlungsmöglichkeiten durch Ursachenforschung

Wien/Bozen - Morbus Parkinson ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Um die zugrundeliegenden Mechanismen dieser Alterserkrankung zu erforschen und auf dieser Grundlage wirksamere Therapien zu entwickeln, starten zwei Forschungsinstitute ein gemeinsames Projekt: Das Institut für Molekulare Biotechnologie in Wien (IMBA) und das Zentrum für Biomedizin an der Europäische Akademie Bozen (EURAC).

Die beiden Institute blicken bereits auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit zurück: Sie entschlüsselten gemeinsam ein Risiko-Gen für den Plötzlichen Herztod. Das neue Projekt zum Thema Morbus Parkinson wurde am Freitag von Josef Penninger, Direktor am IMBA, und Peter Pramstaller, Leiter des Zentrums für Biomedizin, in Bozen präsentiert. Die biomedizinische Forschung verknüpft Erkenntnisse aus der Medizin, Biologie und Technologie. Dabei erforscht das IMBA in Wien Krankheitsursachen auf genetischer und molekularer Ebene. Die Forscher untersuchen beispielsweise, wie sich das Krankheitsbild in der Fliege entwickelt und übertragen die Erkenntnisse daraus auf die Maus, um schließlich abzuleiten, was dies für den Menschen bedeutet.

In ihrem gemeinsamen Forschungsvorhaben wollen IMBA und EURAC nun ihre unabhängig voneinander gesammelten Daten aus der Arbeit an den Tiermodellen und den humangenetischen Studien zusammenführen. Ziel ist es

weitere Gene, die für die Entstehung der Schüttellähmung verantwortlich sind, zu entdecken. Dabei sollen Genvarianten, die das Zentrum für Biomedizin in seinen Studien in Verbindung mit Parkinson identifiziert, mit den Ergebnissen aus den Tiermodell-Studien des IMBA abgeglichen werden.

Grundlage für Behandlungsstrategien

Gleichzeitig sollen funktionelle genetische Daten, die das IMBA im Experiment als krankheitsrelevant identifiziert, in die Weiterentwicklung der humangenetischen Studien einfließen. Auf diese Weise wird gemeinsam nach Risiko-Genen gesucht, die sich in beiden Forschungsfeldern als relevant für Parkinson zeigen. Ein weiteres Ziel des Projekts ist es, aus den Forschungserkenntnissen einen "Prototyp" abzuleiten, der auch für andere verwandte neurogenerative Krankheiten und Krankheitsprozesse - wie etwa Alzheimer - eine Rolle spielt und als Grundlage für neue Therapiestrategien dienen kann. (APA)

       

Anleitung zum Bau eines Bettgalgens hier